Das Schulgesetz von Baden-Württemberg bestimmt den Auftrag der Schule „insbesondere daraus, dass jeder junge Mensch […] das Recht auf eine seiner Begabung entsprechende Erziehung und Ausbildung hat“. (§ 1SchG) Um diesem Auftrag auch bei Hochbegabten zu entsprechen, richtete Baden-Württemberg als erstes Bundesland Hochbegabtenklassen an öffentlichen Gymnasien ein. Das Leibniz-Gymnasium Rottweil war im Schuljahr 2010/2011 eines von 15 Gymnasien im Land, das seither einen Zug für hochbegabte Kinder anbietet. Alle diese Gymnasien wurden aufgrund ihrer geographischen Lage und aufgrund ihrer Vorreiterrolle in Qualitätssicherung und Schulentwicklung ausgewählt. Vor allem war Erfahrung in der Förderung von Begabten maßgeblich.

Hochbegabt 1 Zielgruppe für diese eigenen Förderklassen für hochbegabte Schülerinnen und Schüler sind Kinder mit einem IQ-Wert von 130. Nach der Anmeldung an der Schule wird in der schulpsychologischen Beratungsstelle ein standardisierter Test durchgeführt, bei dem der IQ-Wert der Kinder ermittelt wird. Dabei gilt nach Meinung von Experten eine Varianz von bis zu 10 Punkten als hinreichende Voraussetzung für das weitere Aufnahmeverfahren. Dieser zweite Teil des Aufnahmeverfahrens findet bei uns am Leibniz-Gymnasium mit einem Aufnahmegespräch und einem „Kennenlerntag“ mit Probeunterricht statt. Danach treffen wir die endgültige Entscheidung über die Aufnahme treffen.

Hochbegabt 2 Der Unterricht im Hochbegabtenzug folgt den Prinzipien von Akzeleration und Enrichment, die am Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd entwickelt worden sind. Der Stoff des Bildungsplans wird schneller vermittelt, um zusätzliche Freiräume für ein erweitertes Unterrichtsangebot zu schaffen. Die Wochenstundenzahl und die Schulzeit insgesamt bleiben gleich. Die Enrichment-Module (ca. vier pro Jahr) überschreiten die engen Grenzen von Fächern und Stundenplan, ermöglichen eine gedankliche Vernetzung mit anderen Fächern sowie das Lernen an anderen Lernorten und schaffen Freiraum für Soziales Lernen. Das Angebot der Enrichment-Module wurde in den letzten Jahren stetig ausgebaut und erweitert und bietet den SchülerInnen die Möglichkeit, an besonderen Orten besondere Dinge miteinander zu lernen, spezielle Themen zu vertiefen und als Gemeinschaft zu agieren (z. B. Physik: Besuch am Cern in Genf, „Soziale Lernen –Hüttentage im Schwarzwald“, Geschichte: „Exkursion – Nürnberg im 3. Reich“, Besuche und Workshops an Hochschulen und Universitäten).