Leibnizianer testen auf dem Meeresforschungsschiff ihre selbst entwickelte Messboje

Von Katrin Strasser Fotos: Bastian Ludwig

Das knallige Gelb der Aldebaran, dem Hamburger Forschungs- und Medienschiff, fällt meilenweit auf und zieht so die Aufmerksamkeit auch bei Wind und Regen auf sich. Doch vom zunächst noch schlechten Wetter haben sich die Leibnizianer Tamara Lude, Tobias Heinz, Felix Böhm, Jana Müller sowie ihr Lehrer Bastian Ludwig nicht aufhalten lassen. Im Gegenteil: An Bord des Meeresforschungsschiffs, das zurzeit zwei Wochen auf dem Bodensee unterwegs ist, mitsegeln zu dürfen, war für das Schülerforschungsteam spannend und herausfordernd zugleich.

„Dass die Crew in so beengten Verhältnissen lebt und arbeitet, hat mich dann doch überrascht“, erzählt die Abiturientin Jana Müller, die die Fahrt auf der Aldebaran als krönenden Abschluss des eigenen Bojen-Projekts sieht. „Aber hier wird jeder Zentimeter perfekt genutzt.“ Auf dem Segelschiff reibungslos aneinander vorbeizukommen, war dann zunächst auch erst einmal etwas ungewohnt für die Schüler des Leibniz-Gymnasiums. „Wir sollten schließlich ebenfalls an Bord arbeiten“, erklärt Tobias Heinz und grinst. „Und das vor lauter Menschen, die mit solchen Forschungsprojekten bestens vertraut sind.“ So hatte das Team des Leibniz-Forschungszentrums die Einladung an Bord erhalten, um die selbst entwickelte Messboje Pelagus zu testen.

Luftdruck, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und GPS-Daten: Ergebnisse wie diese liefert der obere Teil der Boje, die Strömungsgeschwindigkeit, den Druck sowie die Wassertemperatur werden mit dem unteren Teil der Boje gemessen. „Die Fahrt ging zunächst zum Obersee“, so Jana Müller. „In Ufernähe zur Schweiz konnten wir Pelagus dann an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Wassertiefen testen.“ Beeindruckt von der Professionalität der Schüler war nicht nur Bastian Ludwig, sondern auch die begleitenden Pressevertreter sowie der Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, Christoph Dahl, der Referent Gesellschaft und Kultur der Baden-Württemberg Stiftung, Volker Fleck und der Geschäftsführer der Klett-MINT GmbH, Dierk Suhr. „Das junge Team hat sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen lassen, als nicht immer alles auf Anhieb und wie geplant klappte“, erinnert sich Bastian Ludwig.

Doch den wohl wichtigsten Test bestand die Messboje der Schüler einwandfrei: „Wir waren vor allem gespannt, ob der Messzylinder auch in 20 Metern Tiefe noch dicht ist“, erklärt Jana Müller. So konnte Pelagus dann auch spannende Kamerabilder liefern: „Man hat darauf sogar Fische gesehen.“ Dass das Engagement und der Einsatz für die Wissenschaft inmitten der Vorbereitungen für das noch bevorstehende mündliche Abitur Respekt verdient, bestätigten den Schülern nicht zuletzt die Crew-Mitglieder der Aldebaran. „Der Projektleiter Frank Schweikert hat uns sogar angeboten, dass wir im kommenden Jahr wieder an Bord dürfen, wenn das Schiff wieder auf dem Bodensee unterwegs ist“, erzählt Jana Müller, die sich darüber gemeinsam mit ihren Mitstreitern riesig gefreut habe. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Tobias Heinz auch nach dem Abitur noch an der Optimierung der Messboje weiterarbeiten möchte: „Pelagus ist schließlich unser Baby.“

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