Beim Schnuppernachmittag am Leibniz-Gymnasium wird experimentiert und auf Spanisch parliert

Von Katrin Strasser

Gruppe grün steht bereit zum Abmarsch in Richtung Chemiesaal. An diesem Donnerstagnachmittag sind die 19 Viertklässler die letzten von mehr als 120 Kindern, die sich freiwillig zum Unterricht angemeldet haben. Doch die Erwartungen sind hoch: Schließlich wollen alle ganz genau wissen, was auf sie zukommt, falls sie nach den Sommerferien das Leibniz-Gymnasium besuchen werden.

Bevor es richtig losgehen kann, steht im naturwissenschaftlichen Trakt die Sicherheitseinweisung auf dem Programm: Notschalter werden gezählt, Fluchtwege erklärt, Verhaltensregeln besprochen. Für die drei Freunde am Tisch in der ersten Reihe kann das alles nicht schnell genug gehen. Als hätten sie seit Jahren nichts anderes getan, setzen Lukas, Carl und Nick an diesem Nachmittag ihre blauen Schutzbrillen auf. Vorne am Pult in Raum C03 hat Bastian Ludwig den Gashahn bereits aufgedreht. Feuer hat der Chemielehrer der Gruppe grün versprochen und hält eine Platte in die Flamme, doch der zehnjährige Nick erklärt ihm „Metall kann überhaupt nicht brennen.“ Und Carl ergänzt: „Das schmilzt höchstens, wenn es heiß genug ist.“

Dass es eben doch geht, lernen Carl, Lukas, Nick und die anderen Viertklässler gleich darauf. Mehr noch: In Pulverform brennt nicht nur Eisen, sondern beispielsweise auch Zink und Magnesium. Und wie man die einzelnen Stoffe anhand der Farbe und Art der Flammen auseinanderhalten kann, erfahren die Kinder ebenfalls. „Dann ist ja Eisen an Wunderkerzen“, stellt Carl fest und freut sich schon auf die nächste Aufgabe. Jetzt darf der Neunjährige selbst experimentieren und zusammen mit den anderen einen eigenen Feuerlöscher bauen. Wie das geht, erklärt Marietta bereits nach dem ersten Versuch am Nebentisch: „Das ist ganz einfach, Du brauchst nur Wasser, Natron und Zitronensäure.“

Doch bevor sie sich definitiv entscheiden wird, welche weiterführende Schule ihr Favorit sein wird, steht noch das Schnuppern in den Fremdsprachen auf dem Programm. Nach einer Pause mit einem Bewegungsmärchen dürfen die Kinder den Erdkundeunterricht auf Englisch und damit den bilingualen Zug testen. Die Eltern hören sich unterdessen Vorträge der Oberstufenschüler sowie der SMV an: Von Studienfahrten über die verschiedenen Schülerfirmen bis hin zur Schulhausübernachtung der Fünftklässler und anderen SMV-Aktionen zeigen die Schüler selbst, was ihre Schule ausmacht. Und nebenan im Elterncafé stehen Leibnizianer-Eltern und Lehrer Rede und Antwort.

Um potentielle Studienfahrten oder das Fach Wirtschaft geht es Lukas und Carl an diesem Nachmittag noch gar nicht: Die beiden sind erst einmal begeistert vom Sportparcour in den Gängen und vom Experimentieren. Am Ende dreht sich Lukas auf dem Pausenhof noch einmal um Richtung Hauptgebäude. „Wir sehen uns in einem halben Jahr“, ruft er. Es klingt ein wenig wie ein Versprechen.

Schnuppernachmittag 2016