Volker Kauder zu Besuch am Leibniz-Gymnasium

Von Jana Müller und Friederike Lutz, Jugendredaktion

Wer politische Prominenz als Anteilseigner haben möchte, darf den direkten Kontakt nicht scheuen: So hatte Carina Klaussner, Geschäftsführerin der Juniorfirma „Spielmacher Rottweil“, den Bundestagsabgeordneten Volker Kauder im Herbst in seiner Abgeordneten-Sprechstunde besucht und ihm dort einen Anteilsschein verkauft. Nun war der CDU-Fraktionsvorsitzende der Einladung der beiden Juniorfirmen am Leibniz-Gymnasium gefolgt, um sich von deren Geschäftserfolg ein eigenes Bild zu machen. Zahlreiche Oberstufenschüler nutzten am Montag diese Gelegenheit, um mit dem Politiker über aktuell relevante wie brisante Themen zu diskutieren. Dabei gab Volker Kauder auch Anekdoten und persönliche Einblicke zum Besten.

Das Klassenzimmer war bis zum Rand gefüllt an diesem Nachmittag: Den Besuch einer deutschlandweit bekannten Persönlichkeit, die ihren Besuch zugesagt hatte, wollten sich zahlreiche Leibnizianer der Oberstufe nicht entgehen lassen. Volker Kauder, Fraktionsführer der CDU im Bundestag und Vertreter des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen bot somit den Schülern die einmalige Gelegenheit, einen Politiker in direktem Gespräch zu erleben. Der 66-Jährige folgte der Einladung der Schülerfirmen des LG, die sich von ihrer besten Seite präsentierten. Pünktlich um 14.30 Uhr wurde Volker Kauder mit Begeisterung und großem Interesse von den Schülern begrüßt, dann von Schulleiter Rüdiger Gulde mit einigen herzlichen Worten empfangen. Gleich darauf erhielten die diesjährigen Schülerfirmen „Spielmacher RW“ und „Mattentat“ die Chance, sich selbst und ihr Produkt vorzustellen. Als Anteilseigener von „Spielmacher RW“ beweist Kauder unter anderem sein Interesse an regionalen Geschehnissen, was sofort Sympathien bei den Schülern weckt. Ebenso wie seine Reaktion auf die Vorstellung der eigens von den Firmenmitgliedern entwickelten Produkte mit regionalem Bezug: Der Politiker bestand mit größter Freude darauf, das „Turmspiel“ sowie eine Rottweil-Fußmatte zu erwerben. Es herrschte eine entspannte Stimmung, als der gebürtige Hoffenheimer ans Mikrofon trat, um zu erzählen.

Er berichtete den aufgeschlossenen Jugendlichen in einer knappen Zusammenfassung von seinem Werdegang. Nachdem Kauder sein Abitur in Singen ablegte, diente er 18 Monate in der Bundeswehr. Anschließend absolvierte er ein Jura-Studium in Freiburg, trat dann beim Landratsamt Tuttlingen den Dienst an, wo er schnell zum stellvertretenden Landrat aufstieg. Dann kam der 09. November 1989, einem der wohl wichtigsten Tage in der  Karriere des Volker Kauder: Es war der Tag des Mauerfalls und der Tag, an dem er als Kandidat für den Wahlkreis vorgeschlagen wurde. Der Politiker erzählt dies, als sei es gestern erst passiert, während die mehr als 100 Schüler gebannt zuhörten. Doch trotz der turbulenten Zeit, zu der Kauder in die Bundespolitik Einzug hielt, nennt er im Rückblick auf seine Laufbahn das Jahr 2015 als „schwerstes Jahr überhaupt“. Griechenlandkrise, Terroranschläge und Flüchtlingsströme sorgten und sorgen für viele geteilte Meinungen innerhalb der Fraktion und der CDU-Abgeordnete räumt selbst ein, es sei im Moment schwierig, die kontroversen Meinungen zu händeln.

Sogleich kam die Frage eines Schülers auf: „Herr Kauder, was ist eigentlich Ihre Aufgabe im Bundestag?“ Mit einem Schmunzeln gab er einen kurzen Einblick: Meinungen in der Fraktion herbeiführen, die Partei vertreten, Verhandlungen führen.

Somit ging das Treffen in eine kurzweilige Fragerunde über. Die aufkommende Diskussion zwischen Jugendlichen und Politiker überspannte dabei zahlreiche Themengebiete. Von Elektroautos über Flüchtlingskrise und TTIP bis hin zur Zukunft der Europäischen Union: Die Leibnizianer stellten breitgefächerte Fragen und Kauder ließ sich gerne „löchern“. Neben fundierten Antworten seitens Kauders gab es jedoch natürlich auch spannende Anekdoten von Reisen, Begebenheiten und Bekanntschaften, gemischt mit ein wenig Geplauder aus dem Nähkästchen. So berichtete der 66-Jährige von seinem Morgen-Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel und versprach, ihr gleich am nächsten Tag von der zahlreichen Anwesenheit der Schüler des Leibniz-Gymnasiums zu erzählen.

Schließlich gab Volker Kauder eine politische Einschätzung zum Jahr 2016: Es werde ein Schicksalsjahr für Europa werden, so der Politiker und er sehe darin vor allem ein Appell an die jüngeren Generationen Deutschlands. So schloss Kauder seinen Besuch mit einem einprägsamen Schlusswort an eben eine dieser Generationen: „Die Welt ist noch lange nicht erobert!“