Spanienaufenthalt 2015 der Klasse 9

¡Hola chicas y chicos! ¿Queréis visitar la cuidad más bella de España? ¡Vamos a descubrirla!

von Franziska Lutz (9 b)
Die Reise der Spanischklasse der neunten begann am 21. Juni 2015: Nach nur etwa zwei Stunden Flug landeten wir im sonnigen Barcelona! Nachdem wir an keinem geringeren Ort wie der Sagrada Familia mit unseren Gastfamilien bekannt gemacht und ihnen übergeben wurden, hatten wir den Rest des Abends Zeit, uns für die kommenden Tage einzurichten. Am nächsten Morgen trafen wir uns, so wie die folgenden Tage auch, an Antoni Gaudís Meisterwerk, der Sagrada Familia um den Tagesablauf zu besprechen. Der erste Tag in Barcelona begann mit dem gewohnten Klassiker: Eine Stadtrallye. Und doch wenn es das Klischee mehr als unterstützt, so bleibt dies eine gute Gelegenheit die Gegend selbst zu erkunden. Angefangen beim Plaza de Cataluña, wo sich der ein oder andere Schüler ungewöhnlich stark vom Zara angezpgen fühlte, über die berühmte Einkaufsstraße “Las Ramblas”, bis hin zur Kolumnus-Säule, von der man den ersten Blick auf das lang ersehnte Meer werfen konnte. Die Rambla besteht aus fünf Abschnitten, in welchen sich die Boutiquen, Bars, Souvenirläden und Stände mit Künstler und dem bunten Treiben der Besucher unter einem Blätterdach von Laubbäumen und Palmen stapeln, bis sich die Straße zum Hafen lichtet. Da uns Frau Rothenberger und Herr Binkele allerdings nicht gestatten wollten, unser ganzes Geld schon am ersten Tag für mehr oder weniger sinnvolle Sachen auszugeben, fuhren wir gegen Nachmittag mit der U-Bahn zu einer weiteren Berühmtheit Gaudís: Der Park Güell. Dieser befindet sich recht weit oben auf einem Berg und die Spanier scheinen nicht gerne bergauf zu laufen, denn der Weg vom Fuße bis zum Park bestand aus mehreren Rolltreppen (wer wollte durfte natürlich auch laufen...). Doch bevor man zum eigentlich Park kommt, muss man noch einen kurzen Weg zwischen Palmen, Kakteen und den buntesten Blumen zurücklegen, bis man zur Aussichtsplattform kommt (die allerdings auch schon ein Opfer von Eintrittspreisen geworden ist). Dies war ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen: zwischen bunten Blumen und genauso bunten kleinen Vögeln, die einem das von der Gastmutter liebevoll gemachte bocadillo aus der Hand picken, den skurrilen Mustern Gaudís und unter Palmen.
Am kommenden Tag hatten sich unsere Lehrer etwas Besonderes ausgedacht: eine Fahrradtour auf einen nahegelegenen Berg. Deshalb ging es von der Sagrada Familia direkt zum Fahrradverleih, der sich allerdings noch eine Stunde Zeit ließ, was doch die perfekte Gelegenheit zum Lernen neuer Wörter war, oder etwa nicht? Nach dem Motto „Carpe Diem“ hatten die Schüler also die Anweisung, ihr neues Vokabular mit den anderen zu teilen, bis sie von der Uhr erlöst wurden. Nachdem sich jeder ein passendes Fahrrad genommen hatte ging es daran, den Berg zu erklimmen: Alle zusammen auf roten Damenrädern! Und dennoch war es ein wunderschöner Ausflug: Der Wegrand änderte von Kakteen im Steinbeet über grüne Wiesen zu prachtvollen Blumen. Der Anblick war herrlich. Trotz des Gequengels seitens uns Schülern, wir wären in Barcelona und wollten endlich mal zum Strand, schafften wir es auf die Spitze und konnten das Meer schon einmal von weitem mit einem neuen bocadillo genießen. Bei der Rückfahrt machten wir einen Umweg am imposanten Nationalmuseum vorbei und legten eine kleine Pause im Olympiapark ein, der manche Schüler anscheinend so motivierte, dass sie am liebsten auf die Laufbahn geklettert wären! Als sich das als doch keine so gute Idee entpuppte, traten wir den Rückweg an, um endlich an den Strand zu kommen, wo wir den Rest unseres Tages verbrachten. Es war ein Traum! Strand, Sonne und Meer und waren der perfekten Abschluss für den Tag!
Am vierten Tag unseres Aufenthalts sollten wir etwas mehr mit der großen Person Antoni Gaudí konfrontiert werden. Was sich unendlich langweilig anhörte, war ein voller Erfolg, sobald wir die Audioguides bekamen, die nicht nur Audioguides waren: Die elektronischen Geräte unterstützten den Besuch des Casa Batlló audiovisuell, kurzum: Ton und Bild. Für jeden Raum gab es eine eigene kleine Präsentation die erklärte, was sich der geniale Kopf Gaudís bei all seinen Taten gedacht hat. Es war schlichtweg faszinierend! Die Fenster wie die Panzer von Schildkröten, die Lüftung wie die Kiemen eines Fisches und ein Dach wie ein Drache! Außerdem konnte man in den Räumen mit dem Guide wie mit einer Kamera herumlaufen und sah auf dem Bildschirm die ehemalige Einrichtung genau des Raumes, in dem man sich befand (selbst die ehemaligen Teppiche auf den Böden konnte man bei nach unten gerichteten Guide betrachten). Zeigte man mit dem Handy (die Audioguides waren Handys) auf das angefertigte Modell des Casa Batlló erwachte dies auf dem Bildschirm zum Leben, wurde dreidimensional und erlaubte einen Einblick in alle damaligen Etagen des Hauses. Das Casa Batlló strotzt nur so von Farben und Fantasie, Bezügen zur Natur und Asymmetrie, dass es unmöglich ist, die Schönheit dieses Gebäudes zu beschreiben (und die genialen Audioguides). Es war auf jeden Fall mehr als einen Besuch wert, wenn auch das Quiz danach nicht hätte sein müssen. Ein weiterer Programmpunkt an diesem Tag war eine Bootsfahrt an der Küste entlang. Wir Schüler verbrachten die Fahrt damit, hübsche Sonnencreme-Bildchen zu malen, die sich hoffentlich auch auf der Schulter des schlafenden Mitschülers einbrannten. Leider wurden unsere Hoffnungen enttäuscht. Der letzte Gaudí-Exkurs war quasi ein Muss für jeden Tourist in Barcelona: Die Sagrada Familia. Ein wirklich imposantes Bauwerk, bei welchem sich Gaudí sogar noch mehr Gedanken gemacht hatte, als im Casa Batlló: Säulen wie Bäume mit Ästen und durch die Scheiben taucht das Licht die unterschiedlichen Bereiche der Kirche in die schönsten Farben. Im orangenen Licht kam man sich vor wie in einem Herbstwald. Trotz der Größe des Bauwerks, welches immer noch nicht fertig gestellt ist, ist auch hier alles filigran Bearbeitet und durchdacht. Auch dieser Rundgang wurde von einem Audioguide begleitet (wenn der auch noch viel vom Handy-Guide im Casa Batlló lernen könnte...). Abschließend ist zu sagen, dass die Sagrada Familia nach ihrer Fertigstellung eine unfassbar schöne und gigantische Kirche sein wird.
Wie schnell die Zeit letztendlich vergangen ist merkt man erst, wenn man den Koffer packen muss. Die letzten paar Stunden konnten wir selbst entscheiden, was wir machen wollten... zumindest theoretisch, denn was wäre eine freie Zeit ohne eine „kleine“ Aufgabe? Diese bestand darin noch einmal einen kleinen Text über unseren Aufenthalt zu schreiben - auf Spanisch und mit korrektem Gebrauch der Vergangenheit - versteht sich. Danach konnte man jedoch ungestört (bis auf den ein oder anderen kleinen Unfall bei strahlendem Sonnenschein am Strand) die Reise zu Ende gehen lassen. In Rottweil wartete Regen auf uns. Gegen Abend flogen wir zurück. Aus reinem Protest mit kurzen Hosen.