Theater-AG des Leibniz-Gymnasium inszeniert Maria Stuart Battle of Queens

Von Katrin Strasser, Fotos Gräber

Der Vorhang öffnet sich, das Spiel kann beginnen. Ein Spiel, dessen Sieger von vornherein festzustehen scheinen. Denn die Positionierung auf der Bühne ist eindeutig. Elisabeth I., ganz in Weiß, thront hoch oben, der rote Theatervorhang im Festsaal der Gymnasien verleiht ihrer königlichen Würde und vor allem Macht noch mehr Gewicht. Nur zwei Meter daneben sitzt die schottische Königin unten auf einem einfachen Holzstuhl, hinter sich die kahle Wand. England, das Land, in dem sie eigentlich um Asyl gebeten hat, sieht in der Frau in Rot eine große Gefahr und hält sie deshalb gefangen. Das Spiel – oder besser noch – der Kampf um den englischen Thron, um Macht und um Liebe, hat begonnen. Die beiden Königinnen scheinen sich – trotz der ungleichen Ausgangsbasis – ebenbürtige Gegnerinnen zu sein. „Wir hatten im vergangenen Schuljahr eine Komödie inszeniert, jetzt stand wieder ein ernstes Stück auf dem Programm“, erzählt Christine Ruf, die gemeinsam mit Anne Münch die 21-köpfige Theater-AG am Leibniz-Gymnasium leitet. So hätten die Schüler die Wahl zwischen einem Jugendstück zum Thema „Erwachsen werden“  und der Schiller-Adaption „Maria Stuart. Battle of Queens“ gehabt. „Das Team hat sich für den Klassiker entschieden“, sagt Ruf und lacht. „In den prachtvollen Kostümen aufzutreten und doch moderne Elemente einbauen zu können, hat mit Sicherheit zu dieser Wahl beigetragen.“ Eine gute Wahl. Friederike Lutz als Elisabeth und Jessica Hörner als Maria Stuart tragen ihre prachtvollen Kleider, als wären sie tatsächlich königlicher Abstammung und sie glänzen dabei gleichermaßen in ihren Rollen. Der Hass aufeinander, die Eifersucht, aber auch die Angst um Leben wie den Thron steht beiden ins Gesicht geschrieben, in der einzigen direkten Auseinandersetzung überschlagen sich die Stimmen, der königliche Zickenkrieg eskaliert – und Maria Stuart geht für den Moment als Siegerin hervor. Doch der Erfolg währt nur kurz – zu eng schon ist das Netz aus Intrigen um die schottische Königin geknüpft. Da wäre einerseits Lord Burleigh, hervorragend gespielt von Marius Stern, der die Stuart lieber heute als morgen tot sehen würde und seine noch zögernde Königin immer wieder dazu drängt, das bereits gefällte Todesurteil wegen Hochverrats endlich zu vollstrecken. Und andererseits setzen sich Inka Kaper als Lord Leicester und Hannah Jüllig als Mortimer für das Leben der schottischen Königin ein, um das auch Marias Amme und Vertraute Hanna (Franziska Lutz) und ihr Bewacher Paul (Jaqueline Geister) fürchten. Doch nicht immer ist klar, wer wann aus welcher Motivation heraus handelt: Mal sind es Hass und  Rachegedanken, mal Leidenschaft und eine tiefe Sehnsucht nach Liebe. Und nach einem missglückten Attentat auf Elisabeth bewahren nur  wenige einen kühlen Kopf oder gar den Sinn für Gerechtigkeit. So zweifelt beispielsweise Melanie Gunkel als Graf Shrewsbury am Recht, dass England über Maria Stuart richten dürfe und plädiert für Milde. Und doch kommt am Ende alles, wie es kommen muss. Die Befreiungspläne scheitern, Mari Stuart wird gerichtet. Doch auch Elisabeth geht nicht als die klare Gewinnerin hervor: Auch sie steht am Ende allein und verlassen da.