Von Candycrush bis WhatsApp – Wer glaubt, dass Landtagsabgeordnete bei einer Plenarsitzung immer
bei der Sache sind, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Wer wie wir vom Leistungskurs
Gemeinschaftskunde einmal Einblicke von oben bekommen durfte, weiß nun, dass es im Plenum eher
zugeht wie in einer chaotischen Schulkasse. Während der Debatte im Stuttgarter Landtag scheint jeder
kommen und gehen zu können, wie es ihm oder ihr gerade passt. Und scheinbar kann man auch tun,
was man will. Wobei nicht ganz. Wir erfahren bei einer ausführlichen Einführung, dass Zeitunglesen
absolut tabu ist, Handy- und Tabletnutzung aber erlaubt. Schließlich muss man sich ja inhaltlich zu den
unterschiedlichsten Themen informieren können.
Dass das nicht alle „Schüler“ gleichermaßen gewissenhaft tun, war von der Zuschauertribüne gut zu
beobachten. Vor allem am äußersten rechten Rand des Parlaments. Manch einer schien lieber mit
anderen zu chatten oder sich mit Zwischenrufen hervorzutun. Dabei ist, wie wir gestern vom
Besucherdienst erfahren haben, unser Parlament ein Arbeitsparlament – und weniger ein
Redeparlament, wie wir das aus Großbritannien kennen. Spannend war es allemal. Denn Fragen an die
Regierungsmitglieder hatten die Abgeordneten während der so genannten Fragerunde einige. Und die
wurden dann auch gleich ausführlich von Ministern oder deren Vertretungen beantwortet. Dies wiederum
löste Diskussionsbedarf aus: Sei es bei den Standorten für die Luftrettung oder bei der Wiederbelebung
der Krebsbachtalbahn.
Auch wir selbst hatten eigentlich zu vielen Themen noch viel mehr Fragen vorbereitet. Aus der
Perspektive von uns Jugendlichen, die sich im vergangenen Schuljahr mit der Corona-Krise ebenso
beschäftigt hatten wie mit der internationalen Politik. Das im Anschluss an die Plenarsitzung geplante
Gespräch mit unserem Wahlkreisabgeordneten Stefan Teufel wurde leider aus Krankheitsgründen
abgesagt. Stefan Teufel wird uns aber voraussichtlich dafür mal im Unterricht besuchen. Wir waren
jedoch netterweise schon vor der Plenarsitzung von seinem Büro zum Essen eingeladen worden, hierfür
noch einmal ein großes Dankeschön. Die zusätzlich gewonnene Freizeit wussten wir bei bestem
Stuttgarter Sommerwetter zu nutzen. Schließlich haben wir schon lange keine Schulfahrten mehr
machen dürfen.
Levi Kiener, Karlotta van Spankeren, Lena Kammerer, KS I – Kooperationskurs aller drei Gymnasien