Leibnizianer begeistern bei Landeswettbewerb „Jugend forscht“und gewinnen Sonderpreis

Unter dem Motto „Frag nicht mich. Frag Dich“ fand vom 27. bis 29. März 2019 der 54.- Landeswettbewerb Jugend forscht in der Schwabenlandhalle in Fellbach statt. Das Leibniz-Gymnasium Rottweil war gleich mit zwei Projekten am Start und die Schüler konnten die Juroren und Besucher mit ihren innovativen Ideen begeistern.

124 Schülerinnen und Schüler hatten sich in den zahlreichen Regionalwettbewerben für den Landeswettbewerb in Fellbach qualifizieren können. Unter ihnen auch die beiden Projekte des LGs. Die Gruppe Guzzle, bestehend aus Robin Ackermann, Julian Hermle und Niklas Higi (KS1), trat im Bereich Technik mit ihrem vollautomatischen Cocktailmixer an. Die Besonderheit liegt darin, dass Flüssigkeiten mit hoher Präzision gemischt werden können. Zusätzlich haben die Schüler eine Zustandsüberwachung eingebaut, die frühzeitig Fehler beim Abfüllvorgang erkennt und eine intuitive Steuerung über ein Touchdisplay. Betreut wurde die Gruppe von ihren Lehrern Jürgen Gräber und Norbert Kleikamp.
Im Bereich Arbeitswelten trat Johannes Zill (10b) mit seinem JoJo-Board an, einer Kletterwand der ganz besonderen Art. Während seiner Forschungen hatte er sich damit beschäftigt, dass Klettergriffe immer wieder neu verschraubt und angeordnet werden müssen, um die Routen für die Kletterfans interessant und abwechslungsreich zu machen. Johannes Zill möchte diesen Aufwand minimieren und stattete eine Kletterwand mit Sensoren und selbst entwickelten vernetzten Leuchtgriffen aus. Diese lassen sich nun ganz einfach per Mausklick in verschiedene Routen und verwandeln und sammeln zusätzlich Daten über die Stärke und Richtung der darauf wirkenden Kräfte, so dass Analysen zur Verbesserung der Klettertechnik vorgenommen oder orthopädische Behandlungen werden können. Betreut wurde Johannes Zill während seines Projektes von Dieter Blocher von der Kooperationsfirma Mitutoyo und seinem Lehrer Jürgen Gräber.

Drei Tage standen für die Schüler und Lehrer ganz unter dem Motto „Auf nach Fellbach zu Jugend forscht“. Mit einer vollständig zerlegten Kletterwand machte man sich auf den Weg nach Stuttgart, um dort am Mittwoch alles für den Wettbewerb aufzubauen. Am Donnerstag wurde mit großer Anspannung und Nervosität dem Durchgang der beiden Juroren-Teams entgegengefiebert. Doch die Leibnizianer mussten sich bis Freitagnachmittag in Geduld üben. Denn erst nachdem die Halle am Freitagmorgen für interessierte Besucher öffnete, wurden am Nachmittag die Platzierungen bekannt gegeben. „Auch wenn wir keine Platzierung belegen konnten“, erklärt Gräber, „so haben wir es neben vielen anderen hochwertigen Projekten in den Landeswettbewerb geschafft und darauf können wir sehr stolz sein!“

Besonders stolz ist man am LG aber auf den Sonderpreis der Christoffel Blindenmission, den Johannes Zill für seine Kletterwand erhalten. Seine Erfindung ist besonders für Menschen mit einer Sehbehinderung geeignet und leistet damit einen besonderen Beitrag für die Gesellschaft.

Für Schüler und Lehrer geht mit dem Ausscheiden aus dem Wettbewerb eine zeit- und arbeitsintensive Phase zu Ende. „Für unserer Schüler und auch uns Lehrer sind die vielen Termine eine große Zusatzbelastung“, erklärt Kleikamp, „aber die Chance an einem solchen Wettbewerb teilnehmen zu können und die vielen positiven Rückmeldungen und Erfolge entschädigen für viele Stunden Arbeit, die auch immer mit viel Spaß und Begeisterung verbunden sind.“

Die größte Anerkennung für ihre Leistungen erfahren die Schüler aber vor allem dadurch, dass ihre Erfindungen und Entwicklungen nicht in irgendwelchen Keller- oder Abstellräumen verschwinden werden, sondern auch zukünftig zum Einsatz kommen werden. Die Cocktailmaschine soll zukünftig Schulveranstaltungen mit alkoholfreien Cocktails versüßen. Beide Gruppen dürfen ihr Projekt bei der Tagung des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) vorstellen.
Ganz besondere Chancen tun sich für Johannes Zill auf. Neben Kooperationen mit der St. Franziskus Schule in Heiligenbronn, der Ergotherapie-Praxis Villingendorf und dem K5 Rottweil hat er die einmalige Gelegenheit seine Kletterwand an einem Wochenende im September auf der Bundesgartenschau für das Land Baden-Württemberg präsentieren zu dürfen.