Leibnizianer machen als Jungforscher dem Namensgeber ihrer Schule alle Ehre

Text: Katrin Strasser, Fotos: Gräber/Kleikamp

Das Abitur steht kurz bevor, aber noch sehnlicher dürften die vier Zwölftklässler vom Leibniz-Gymnasium den Sommer erwarten: Dann wird das Unterwasserfahrzeug ROV, das Lorenz Dürr, Leonard Holpp, Lukas Bantle und Annika Kies am Forschungszentrum ihrer Schule entwickelt und gebaut haben, regelmäßig im Bodensee zu Wasser gelassen. Dass sich die bereits zweite Auflage des ROV mehr als sehen lassen kann, hat das Quartett bereits beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ in Tuttlingen bewiesen. Dort belegten die Abiturienten einen ersten Platz. Nun fiebern sie der nächsten Runde, dem Landeswettbewerb, der Ende März in Stuttgart stattfinden wird, entgegen.

Ein Jahr lang haben sie getüftelt für ROV Nummer zwei: „Herausgekommen ist eine ganz neue Konstruktion“, erklärt der betreuende Lehrer Norbert Kleikamp und ist dabei sehr stolz auf seine Nachwuchsforscher. Das alte Unterwasserfahrzeug hätte ausgemustert werden müssen, weil die Möglichkeiten eingeschränkt gewesen seien, so Kleikamp. Wenn Dürr, Holpp, Bantle und Kies ihr neues „Baby“ präsentieren, leuchten vier Augenpaare gleichermaßen. Denn das neue Unterwasserfahrzeug ist mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt: Acht leistungsstarke Motoren statt wie bisher nur vier, ein Tiefenmesser, ein künstlicher Horizont sowie ein Fahrtenschreiber. 40 Meter tief kann es tauchen, es ist extrem wendig und es kann dank der Lagekontrolle blind vom Schiff aus gesteuert werden. „Damit werden unsere Schülerteams, die im Rahmen des NWT-Unterrichts auf unserem Forschungsschiff im Sommer segeln, zu Schatzsuchern“, sagt Norbert Kleikamp. „Wir können, sobald wir Ungewöhnliches auf dem Sonar erkennen, das ROV hinterherschicken“, betont er. Dass das neue Fahrzeug dem Forschungsschiff „Experimenta“ dauerhaft zur Verfügung steht, freut Kleikamp sehr, auch wenn die vier Erbauer nur noch kurz in diesen Genuss kommen werden, da sie schon bald ihr Abitur in der Tasche haben werden. Doch dank des jahrelangen Engagements im LG-Forschungszentrum haben alle vier schon klare Vorstellungen davon, wie es nach der Schulzeit weitergehen soll. Die Naturwissenschaften und die Technik stehen bei allen weiterhin hoch im Kurs.

Ein Jahr länger Zeit bis zum Abitur hat hingegen der Elftklässler Julian Schneider, doch auch er hat schon klare Pläne für die Zeit nach der Schule: Ihm schwebt ein Maschinenbaustudium in Stuttgart vor. In der Landeshauptstadt wird sich Julian Schneider am Ende des Monats ebenfalls mit harter Konkurrenz messen müssen, denn auch er hat einen ersten Platz beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ belegt. „Für Julian haben wir ein eigenes Labor an der Schule eingerichtet“, erzählt Kleikamp. Dort hat der Leibnizianer tausende Stunden zugebracht, jeden Tag standen Messungen für Schneider auf dem Programm. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Bisherige wissenschaftliche Ansätze, warum warmes Wasser schneller gefriert als kaltes, hat Julian Schneider so widerlegen können. Zwei völlig neue Erklärungsmodelle und ein selbst geschriebenes mathematisches Simulationsprogramm sind das Ergebnis des jungen Forschers, der gleichzeitig von einem Praktikum beim Porscheforschungszentrum in Weissach träumt. „Aber im Moment habe ich dafür noch nicht wirklich Zeit“, sagt Schneider und lacht. Zunächst einmal steht für ihn, wie auch für die ROV-Erbauer, der Landeswettbewerb auf dem Programm.

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