von Katrin Strasser

Der Wettergott hat ein Einsehen gehabt am vergangenen Freitag, Neptun, der römische Gott des Wassers und des Meeres, auch. Als die Klasse 9b des Leibniz-Gymnasiums Rottweil gemeinsam mit denjenigen Schülern und Lehrern, die sich zur praktischen Segelscheinprüfung angemeldet hatten, zur Segelschule Radolfzell am Bodensee aufmachten, strahlte nicht nur die Sonne, es blies auch ein kräftiger Wind. Ideale Bedingungen für das so genannte Ansegeln, das der Taufe des Forschungsschiffs des Leibniz-Gymnasiums folgen sollte.

Experimenta – mit diesem Vorschlag hatte sich die Klasse 9b beim schulinternen Wettbewerb um den Schiffsnamen durchgesetzt. Der Preis: Mit an Bord sein zu dürfen bei einem der ersten Törns auf dem See. Dass dies möglich war, verdankten die Neuntklässler nicht nur ihrem Namensvorschlag, sondern auch den insgesamt 20 Mitschülern und Lehrern, die am Freitag zudem die praktische Segelscheinprüfung ablegten und somit die Crew-Mitglieder stellen konnten. Zuvor aber gab Neptun alias LG-Lehrer Ulrich Schmalz dem Forschungsschiff seinen Segen. Stilecht mit Dreizack, Krone, Bart und Netz bahnte sich Neptun durch das noch ziemlich kalte Bodenseewasser seinen Weg zum Schiff, das in dieser Saison einen Liegeplatz von der Segelschule Radolfzell zugesprochen bekam.

Für die feierliche Schiffstaufe war das von Lehrern und Schülern restaurierte und frisch lackierte Segelschiff eigenhändig von Schulleiter Wolfgang Mack und der Elternbeiratsvorsitzenden Dr. Corinna Lange mit bunten Wimpeln geschmückt worden. Und wie von Neptun eingefordert, begoss Dr. Corinna Lange die Experimenta mit Sekt, damit der Wassergott für alle Zeiten dem Schiff und seiner Mannschaft wohl gesonnen sei. Bereits in dieser Woche starten die ersten Klassen mit der Erforschung des Bodenseegewässers wie des Seegrundes. Den Sommer über sollen nach und nach alle Klassen die Gelegenheit zum praktischen naturwissenschaftlichen Arbeiten vor Ort bekommen, so Schulleiter Wolfgang Mack. Mit den entsprechenden Messgeräten ist das Schiff schon heute ausgestattet, mit der Anschaffung von weiterem Equipment rechnet der Projektleiter und erfahrene Segler Norbert Kleikamp fest. Die Unterstützung von Seiten der Schulleitung ist ihm und seinem Team sicher: Das Forschungsschiff sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine ganze Schulgemeinschaft an einem Strang ziehe und dafür über Gebühr Einsatz bringe, betonte auch Schulleiter Mack. Die Experimenta ist und bleibe etwas ganz Besonderes.